Landler-Treffen 2009 in Bad Goisern

Landler-treffen 2009 in Bad Goisern

 

  • Fotos: Ingrid Kefer, Bad Goisern
  • Text: Mag. Renate Bauinger-Liebhart,Evangelisches Bildungswerk OÖ

Zukunft braucht Erinnerung!

Unter diesem Motto lud das Evangelische Bildungswerk OÖ von 3. bis 5. Juli 2009 nach Bad Goisern zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich der vor 275 Jahren begonnenen Transmigrationen der Evangelischen aus dem Salzkammergut nach Siebenbürgen.

Den Auftakt bildete der Festakt am Freitag in der neu renovierten evangelischen Toleranzkirche. Nach einem Monolog von Gerhard Schilcher, in dem die damaligen Gewissenskonflikte der Betroffenen sehr anschaulich zum Ausdruck gebracht wurden, durfte die Leiterin des EBW OÖ Mag. Renate Bauinger und der Kurator der Pfarrgemeinde Bad Goisern, Herbert Kefer zahlreiche Ehrengäste aus Kirche und Politik begrüßen.

Dem Festvortrag von Bischof Dr. Michael Bünker folgten etwa 500 Zuhörerinnen und Zuhörer gespannt und ergriffen.

Anschließend beantworteten die Vertreter der drei Landlergemeinden Neppendorf, Großau und Großpold, die Bürgermeister der von den Transmigrationen betroffenen Gemeinden des Salzkammergutes, der Obmann der Siebenbürger Sachsen in Österreich Mag. Volker Petri, sowie die Pfarrer derselben Gemeinden und Sup.i.R. Mag. Hansjörg Eichmeyer die von den beiden Moderatoren gestellten Fragen bezüglich der historischen Begebenheiten und deren Auswirkungen auf die Gegenwart, auf das ökumenische Zusammenleben usw.

Eine besondere Freude war es, dass auch katholische Schwestern und Brüder diesen Tag mit uns gefeiert haben: der katholische Pfarrer von Bad Goisern Moses Chukwujekwu, der Dechant des Inneren Salzkammergutes Alois Rockenschaub und Altbischof Maximilian Aichern, der ergreifende Worte der Versöhnung fand.

Unter Begleitung der Bürgermusikkapelle Bad Goisern begab sich der Festzug auf den Marktplatz, wo der Initiator des Projektes „Sichtbar machen“ Dr. Michael Kurz als Symbole für die Vertriebenen Köpfe aus Styropor an Bischof Bünker, Eva Hoffmann, Renate Bauinger und Josef Reisenauer weitergab. Als Zeichen für Versöhnung und des gemeinsamen friedlichen Miteinanders der unterschiedlichen Konfessionen, reichte R. Bauinger ihren „Vorfahren“ an Altbischof Maximilian Aichern weiter.

Der gemütliche Ausklang des Nachmittags fand im Feuerwehrgebäude mit der Großauer Blasmusikkapelle statt.

An dieser Stelle ein großer Dank an die Freiwillige Feuerwehr Goisern, die an den zwei Tagen des Festes, ihr Feuerwehrdepot zur Verfügung stellte, und für eine erstklassige Bewirtung der Gäste sorgte.

Unter den Klängen der Musikkapelle Untersee begann am Samstag der Festgottesdienst, zu dem über 700 Festgäste erschienen. In seiner Predigt verwendete Mag. Manfred Sauer, Superintendent von Kärnten das Bild einer Skulptur mit Koffern und Ketten, gesehen in einer Ausstellung in Venedig als Vergleich für die damalige Situation der Transmigranten, mit dem er die Lage der Deportierten sehr anschaulich darstellte.

Der Nachmittag wurde von einer siebenbürgisch sächsischen Tanzgruppe, den Goiserer Schuhplattlern, dem Großpoldner Chor und der Neppendorfer Blasmusikkapelle gestaltet.

Am Sonntag hatten die Besucher die Möglichkeit Gottesdienste in ihren „Ursprungsgemeinden“, das Heimat- und Landlermuseum Bad Goisern oder das Evangelische Museum OÖ in Rutzenmoos zu besuchen.

Voller Dankbarkeit blicken wir nun auf dieses Wochenende zurück. Ein Dank gilt allen, die diese Tage mitgestaltet haben: die Pfarrer der Gemeinden Bad Goisern, Gosau und Hallstatt, die politische Gemeinde Bad Goisern und ihr Bürgermeister, das Heimat- und Landlermuseum Bad Goisern, Dr. Michael Kurz, Gerhard Schilcher mit seiner Theatergruppe, Frau Eva Hoffmann, Christine Kefer und Kurator Herbert Kefer.

13.07.2009


 Goiserer Schuhe - (C) Foto Greunz   welterbelogo bad goisern   Goiserer Schuh am Hallstättersee - (C) Foto Greunz